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Wir empfehlen: | |||||||||||||
Das Volksstück wird von professionellen
Schauspieltruppen (oder Laienorgan-
isationen) für ein breites Publikum teils auf
Wanderbühnen, teils an festen Vorstadtbühnen der Städte
aufgeführt. Charakteristisch ist die Integration literarischer,
sinnlich-theatralischer und schlicht volkstümlicher auch banaler Elemente
und die komödiantisch virtuose Darbietung, oft mit musikalischer
(Gesangsnummern), pantomimischer, tänzerischer oder Stehgreif-Einlagen
versehen. Das Volksstück übt gleichermaßen Anziehung auf
gebildete als auch auf ungebildete Kreise aus.
Die bedeutendste Ausprägung des Volksstücks findet
man im Wiener Volks-
theater. Besonders das süddeutsche
Volksstück galt immer als Modell für ein vitales Volkstheater, wie es
aus sozialen, politischen oder künstlerischen Motiven von so
unterschiedlichen Autoren wie Gerhart Hauptmann, Ludwig Anzengruber, Ludwig
Thoma, Hugo von Hoffmannsthal, Bert Brecht (Über das Volksstück)
angestrebt wurde.
Da Gesellschafts- Charakter -und Sprachkritik immer zum
Volksstück gehörten, brauchte das moderne Volksstück von
Ödön von Horvâth, Bert Brecht, Marie Luise
Fleißer, Heinrich Lautensack, Franz Xaver Kroetz,
Peter Turrini, Wolfgang Bauer, Wolfgang Deichsel, F.
Kusk, M. Sperr, u.a.
hier nur an alte Traditionen anzuknüpfen, um die
Klischees des kleinbürgerlichen Alltags anzuprangern.
Das Volksstück ist im Gegensatz zum bäuerlichen
Volksschauspiel, der Dorfkomödie (-> Bauerntheater), eine Gattung von
Bühnenstücken für städtische Volkstheater und
Vorstadtbühnen mit einer aus dem Volksleben entnommene Handlung in
volkstümlich schlichter, leichtverständlicher Form, die jedoch durch
Einlagen von Musik, Gesang und Tanz sowie Anwendung von Effekten,
Sentimentalitäten u. ä. niederen Elementen dem Geschmack des
Großstadtpublikums entgegenkommt, ohne den oft ernsten und zum Teil
tragischen Grundton zu verlieren. Reichste Entfaltung findet man in Hamburg,
Berlin und besonders in Wien, meist mit Übergang zum
Lokalstück.
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