Titel:

Turrini, Peter (1944- )

Startseite
english
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
|<< Anfang     < Zurück     Index     Weiter >     Ende >>|
  Wir empfehlen:       
 

 

Stranitzkys Wiener Volksstück geht aus dem Erbe des Barockdramas hervor und ist als komisches Stehgreifstück noch von der commedia dell´arte beeinflußt.
Über Prehausers Burleske reicht der Weg - nach der literarischen Verfestigung durch Ph. Hafner im 18. Jahrhundert - zum Zauberstück und der gemüthaften Tragikomik Raimunds (mit Einfluß auf Grillparzer) und über zahlreiche Zwischenglieder zu Nestroys scharfer Satire und volkstümlichen Parodie und Travesie, während aus dem Charakterlustspiel -> Lokalstück und -> Sittenstück
entstehen.
Anzengrubers realistisches Volksstück führt wie vordem schon Raimund in die bäuerliche Umwelt und nunmehr auch in die soziale Problematik, wie sie Hawel fortsetzt.
Während das bayrische Volksstück (Thoma) mehr bäuerlicher Situations-
romantik zuneigt, kann das psychologische Bauernstück der Alpenländer (Schönherr) nur noch im weitestem Sinn als Volksstück bezeichnet werden.
(--> Lokalstück)

Das Volksstück ist eine Form des Schauspiels für das Volk und über das Volk (breite Masse der Bevölkerung im Gegensatz zu den “Oberen”). Es ist im Gegensatz zum Theater der Oberschicht (Hoftheater) ein Theater des Volkes.
Damit zeigt sich, daß echte Volksdramatik Alternativdramatik zum Bildungsthaeter ist.

Bis ca. 1840 können die untersten, einkommensschwachen Bevölkerungs-
schichten die in den damaligen Vorstädten Wiens liegenden Volkstheater zu günstigen Preisen besuchen (Theater in der Leopoldsstadt, Theater an der Wieden/Wien, Theater in der Josefstadt). Ab 1840 wird dann das Volk immer mehr ausgegrenzt: steigende Preise - diese Theater müssen ihre Ausgaben durch den Kartenverkauf decken - erlauben nur mehr bürgerlichen, später großbürgerlichen Kreisen den Besuch. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den großen Städten Deutschlands.
1899 wird in Wien das Deutsche Volkstheater, 1890 in Berlin die freie Volksbühne gegründet. Diese Institutionen werden vom intellektuellen Bürger-
tum getragen und wollen einerseits neue Publikumsschichter für das Theater gewinnen, andererseits die sozialen Probleme und Nöte des Arbeiterstandes auf-
zeigen. Aufgeführt werden hier u. a. auch Dramen von Gerhart Hauptmann, Ludwig Anzengruber oder Henrik Ibsen.
Neben diesen Theatern, die ihre Arbeit vorwiegend als Bildungsauftrag verstehen, existieren Volkstheater, die anspruchslose, rein unterhaltende Programme spielen und idyllische Heimatklischees transportieren. Damit verkommt das Volksstück zur Klamotte oder zum kitschigen Heimat- bzw. Bauerntheater. Die Stücke des engagierten Volkstheaters tragen bis in unsere Zeit die verschiedensten Bezeichnungen. Oft verwendet werden Ausdrücke wie Zaubermärchen (bei Raimund), Lustspiel/Posse (bei Nestroy), Schwank oder auch Operette, die in Wien ab 1850 als musikalische Weiterentwicklung des damaligen Volkstheaters gilt.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
|<< Anfang     < Zurück     Index     Weiter >     Ende >>| 

Zurück zur Themenseite:
Biografien.org/Startseite/T

Das Setzen von Verweisen (Links) auf diese Seite ist gestattet und bedarf keine vorherige Absprache.
   
  Startseite  |  english  |  Bookmark setzen  |  Webseite weiterempfehlen  |  Copyright ©  |  Impressum