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Turrini, Peter (1944- )

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3.) Das Wiener Volksstück

Ferdinand Raimund (1776-1836) und Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862) sind die klassischen Vertreter des Wiener Volksstücks, das sich in der 2.Hälfte des 18. Jahrhunderts und im beginnenden 19. Jahrhundert zu voller Blüte ent-
wickelt Neben diesen beiden Schauspieldichtern schreiben zu dieser Zeit noch
Alois Gleich, Karl Meisl, Adolf Bäuerle, Josef Anton Stranitzky (Hans Wurst der Wiener Bühne)und Philipp Hafner, sie sind vom Barocktheater und der Stehgreifbühne (commedia dell´arte) beeinflußt und werden als die Väter des Wiener Volkstheaters gesehen.

Ferdinand Raimund, der nichts wissen will von Volkstheater, trachtet danach, Originalstücke zu schreiben und damit die traditionellen und regionalen Grenzen zu sprengen. Er hat nur selten Probleme mit der Zensur Metternichs, er kein Gesellschaftskritiker wie Nestroy, welcher auch Raimund vorwirft, das Volks-
stück verraten zu haben. Andere Kritiker meinen hingegen, daß Raimund ein Erneuerer und Vollender des Wiener Volksstücks sei, da er Ernst und Komik, sozialen Alltag und märchenhaften Zauber, Possenspiel und humanes Lehrstück, lokalen Dialekt und Hochsprache verbindet. Das Zauberspiel bot ihm die Möglichkeit über Gesellschaftliches zu schreiben, ohne daß die Stücke ver-
boten oder zensuriert wurden. (Der Bauer als Millionär, Der Barometermacher
auf der Zauberinsel, Das Mädchen aus der Feenwelt, Der Verschwender,...)

Johann Nepomuk Nestroy ist ein realistischer, kritischer und illusionistischer Dichter des Vor-und Nachmärz. Nestroys dramatische Texte gliedern sich in Zauberpossen, in denen er das Zauberstück der Metternich-Ära mit den Mitteln der Satire und Parodie verspottet. Nestroy nimmt den Stoff aus dem Französischen, er schreibt also keine “Originalstücke”. Außerdem ist er ein kritischer Beobachter der gesellschaftlichen Zustände seiner Zeit, die er auf der Bühne öffentlich diskutiert.


  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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